Mittwoch, 28. September 2011

Numark X5: ready to scratch?


 Numark X5

Nach guten vier Monaten ist es, denke ich, an der Zeit ein erstes Resümee zu ziehen.
Um ehrlich zu sein plane ich diese Review schon seit über einem Monat zu schreiben.
Leider hat viel Arbeit, zwei Wochen Urlaub, andere Prioritäten und zu guter letzt der innere
Schweinehund mich daran gehindert.

Kurz bevor ich Ende Mai aufbrach um diesen Mischer beim Händler meines Vertrauens zu erstehen, überprüfte ich noch einmal online die Verfügbarkeit um nicht umsonst 140 km abzurattern.
Zu meinem erstaunen stellte ich fest, das sich der Preis von ehemals knapp 370€ auf 299€ reduziert hatte. Damals dachte ich mir: „Man muss auch mal Glück haben!“

Als ich, wie immer wenn ich eine Review schreibe, die Daten die ich dafür benötige noch einmal aktuell im Netz prüfen wollte sind mir dann fast die Augen rausgekullert: Der Numark X5 Mixer ist tatsächlich auf einen durchschnittlichen Preis von ca. 195€ gesunken!!

Viele werden jetzt zu recht sagen: Na und, das ist doch nur ein 2-Kanal Mischer ohne Interface, DVS-Anbindung, Effekte oder ähnliches.
Natürlich ist das richtig, aber ein solcher Mischer hat vor 12 Jahren in dieser Qualität mehr als das doppelte gekostet ( z.b. Vestax 06 Pro A ).

Aber lassen wir meine Verwunderung über die allgemeine „Mixer-Inflation“ einmal aus dem Spiel und beschränken wir uns darauf den Mischer aufgrund der gesammelten Erfahrung nüchtern zu bewerten.

Numark X5

Der X5 wurde konzipiert um ein Set aus zwei V7 Controllern perfekt zu ergänzen.
Das bedeutet nicht das man die V7‘s nicht mit einem anderen Mischer oder den X5 mit Plattenspielern, anderen Controllern, CD-Playern oder was auch immer kombinieren kann.
Einziger Nachteil bei beiden Versionen ist die geringere Bauhöhe der V7‘s und des X5 im Gegensatz zu herkömmlichen Plattenspielern, Mixern etc.
Dieser Umstand verlangt vom kombinierfreudigen X5 Anwender etwas Tüftelei mit Holzplatten oder ähnlichem was als Unterlage zum erhöhen des Mixers dient.

In mein V7 Set passt er jedoch hervorragend und sieht dadurch noch besser aus.
Die Optik ist nämlich wie bei den V7‘s robust und „schwer“. So mag ich das!
Die Faceplate des X5 ist, ebenfalls wie bei den V7‘s, aus gebürstetem schwarzen Metall.
Da über die Fingernagelkratzempfindlichkeit“ dieses Materials in vielen X5/V7 Review‘s gesprochen wurde, sage ich darüber jetzt nichts. Warum? Weil‘s mir Scheissegal ist wie zerkratzt mein Mischer ist und ob man‘s sieht!
Also, Optik: Ausgezeichnet!

Die Anschlüsse sind für einen Standard 2-Kanal Mischer das Maximum des Nutzbaren.
2x Phono schaltbar auf Line In, 2x Line In, Mic Eingang schaltbar auf Aux Eingang, Master  
Out Unsymmetrisch und Symmetrisch ( Klinke 6,3 mm ). Zusätzlich gibt es einen separat regelbaren Booth Ausgang ( Chinch ). S/PIDF optisch oder koaxial erwähne ich der Vollständigkeit halber, aber sind mir persönlich egal.
Sollte man zwei V7‘s anschliessen wollen und diese abwechselnd als „Master“ für DJ Wechsel oder Ping-Pong Set‘s verwenden wollen, sind alle Phono‘s auf Line umzuschalten. Jeder V7 wird dann mit dem Mischer mit allen seinen Anschlüssen verbunden.

Die Oberseite des X5 ist aufgeräumt, logisch und hat alles was man so braucht da wo man es sucht.
Contour-Regler sowie Hamster Switch für jeden Fader ( C.F. Contour befindet sich auf der Vorderseite ), Led Peak umschaltbar von Channel auf Master, Mini Fader sowie Cue/Master Umschalter für den Kopfhörer. Weiterhin gibt es Bass und Treble EQ für den Mic/Aux Kanal und Dreiband-EQ für die beiden Hauptkanäle.
Der Booth Lautstärkeregler versteht sich von selbst. Nicht so Selbstverständlich aber Nützlich ist für mich der „Tone“-Regler für den Kopfhörer, mit dem man die Qualität des Vorhörsignals noch einmal beeinflussen kann.

Auch Interessant ist die Möglichkeit die Contour-Regler der Fader im Mixer verschwinden zu lassen. Durch Druck lassen sich diese um die Hälfte ihrer Höhe im X5 versenken um versehentliches betätigen zu verhindern und etwas mehr Bewegungsfreiheit zu gewährleisten.

Der VCA Fader wurde von mir zuerst als vermeintliche Schwachstelle angesehen. Ich habe bei dieser Preisklasse des Mixer‘s fest mit einer baldigen Investition in einen Pro X oder Innofader gerechnet, welche wohl beide in den X5 passen sollen. Zu meinem Erstaunen hält sich der Numark-Fader trotz intensiven Scratch-Gebrauch hervorragend. Mit einer baldigen Aufnahme in die Fader Anthology ist definitiv zu rechnen.

Gibt es bei dem Mischer überhaupt irgendwelche Schwachstellen?
Gibt es...! Drei Dinge die mich Persönlich etwas stören sind das Externe Netzteil, fehlende XLR-Ausgänge und die Tatsache das die Hamster Switche „digital“ sind. Das bedeuted wenn der Mixer neu eingeschaltet wird sind alle Fader wieder normal eingestellt. Da ich immer Hamstere muss ich also immer umschalten wenn ich das Set neu starte.

Alles in allem finde ich, das Numark hier einen soliden Mischer zu einem sagenhaften Preis zusammen gekloppt hat.
Für mich nach vier Monaten Testphase eine klare Kaufempfehlung für alle die einen einfachen Scratch-Mixer ohne Schnörkel und Effekte suchen!  
In der Fotostrecke findet ihr wie immer Fotos von allen ( wichtigen ) Seiten des Mixers:


      

Sonntag, 18. September 2011

Novation Dicer






Novation Dicer auf Technics

Wie hier beschrieben, neigte sich der Lebenzyklus meines Korg NanoPad‘s mal wieder dem Ende zu und ich sah mich außer Stande noch eine Reklamation durchzuboxen. Aus diesem Grund begann ich mich über Alternativen zu Informieren. Zur Auswahl standen Akai‘s LPD 8 oder Novation‘s Dicer.
Das LPD 8 ist im wesentlichen das gleiche wie das NanoPad mit weniger Pad‘s und ohne das X/Y Touch Pad aber dafür mit acht Drehpoti‘s. Da Derhpoti‘s eine Interessante Sache für Leute sind, die gerne Effekte ansteuern und ich mal etwas anderes als das NanoPad Format ausprobieren wollte habe ich mich für die Dicer entschieden.

Für diejenigen die nicht genau wissen um was es sich beim Dicer handelt, möchte ich das fix erklären. Es handelt sich um zwei Midi Eingabegeräte mit jeweils fünf Tastern die auf sechs Ebenen Midi Signale an eine Software wie Scratch Live oder Traktor senden können.
Ein Gerät bedient jeweils ein Deck und kann praktisch an allen Plattenspielern, CD Playern oder Laptops mehr oder weniger gut befestigt werden. Im Falle des Technics funktioniert das allerdings mit dem „Puk-Halter“ hervorragend.

Um Mac User aufgrund limitierter USB Port‘s mit zwei Geräten nicht in Verlegenheit zu bringen einen Hub zu benutzen, und/oder um die beiden Dicer als Einheit darzustellen wurde für die Verbindung zwischen beiden Geräten ein Mini-Klinke Kabel gewählt. Nur einer der Dicer wird mittels USB mit dem Laptop verbunden.

Die Taster des Dicer‘s sind beleuchte und wechseln abhängig von der gewählten Ebene/Szene/Layer in rot, grün oder orange. Um die Ebenen anzuwählen gibt es drei kleine Taster. Die Taster sind doppelt belegt und können durch gedrückt halten eine weitere Ebene aktivieren.

Die Taster fühlen sich ausgezeichnet an und machen extrem Spaß beim triggern. Die Verarbeitung im allgemeinen sieht sehr robust aus. Die Fixierung mit dem „Puk“-Aufsatz, der an der Unterseite des Dicer‘s festgeschraubt werden kann, ist sehr solide und verschafft den beiden Controllern einen bombenfesten Sitz auf den Technic‘s.
Für die Verwendung ohne den Aufsatz für die 7“-Adapter Halterung liegt Klebemasse bei um die Dicer‘s an beliebigen Stellen von CD-Playern, Mixer oder Laptop zu befestigen.

Die Dicer kommen mit einem Midi Mapping für SSL und sind damit Plug and Play fähig.
Leider lässt sich dieses nur bedingt ändern. Im Mapping sind die wichtigsten Funktionen für SSL festgelegt: Hot Cues, Loop Roll, Loops und Hot Cue delete.

Es existieren unter SSL nur zwei so genannte „User Group‘s“ die sich frei belegen lassen.
Zu allem Unglück sind die User Group‘s die Ebenen die durch gedrückt halten der Auswahl-Tasten aktiviert werden.

Für mich definitiv ein kleiner Minuspunkt, da ich meine Mappings gerne meinen Gewohnheiten anpasse, und nicht umgekehrt....

Trotzdem sind die Dicer im Resultat ein ausgezeichneter DJ Midi-Controller die beim Auflegen extrem Spaß machen.
Der Preis von ca. 90€ geht aufgrund der Qualität und der Handhabung klar, denke ich.