Mittwoch, 16. Februar 2011

Erinnerung an die Zukunft: Die Workstation der Zukunft

Sie sind die Dinosaurier unter der aktuellen Hardware, die letzten wohlgemerkt, sowohl konzeptionell, als auch von Größe und Preis.
Die Hardwareworkstations.

Als ich selber anfing Musik zu machen waren Workstations ganz groß in Mode, jeder der eine Basis an "Brot und Butter Sounds für#s Musikmachen haben wollte gierte nach so einem Teil.
Damals, anfang der Neunziger, lief jeder Hersteller dem "perfekten Klavierklang" hinterher und bei jeder Neuveröffentlichung eines Instrumentes wurden die aufwendigen Pianosounds besonders hervorgehoben.

Damals wie heute wurde die Soundauswahl hauptsächlich mit Samples realisiert, die man mit Makros nachbearbeiten und anpassen konnte, allerdings sehr eingeschränkt, zumindest bei den frühen Modellen.

Der Korg M1 ist bis heute quasi der Archetyp dieser Gerätegattung.
Nicht wegen seiner raffinierten Editiermöglichkeiten oder der druckvollen Soundengine, sondern hauptsächlich weil er damals konsequent die Gattungen; Sequencer, Sample ROM-Player, Effektgerät und Masterkeybord zu einem Gerät zusammenfaßte.
Die Kompaktanlage für den Musiker quasi.



Der Vorteil lag für viele auf der Hand.
Erst mal "alles" nur mit einem Gerät machen zu können klingt verführerisch.
Allerdings erwies sich das auch schnell als Trugschluss, denn in der Praxis kaufte man sich dann doch wieder spezielle Teile hinzu, einfach weil diese "spezielle" Sachen eben besser konnten als die teure Workstation (Bass oder Drums und dergleichen)

Betrachtet man die Ankündigungen der großen Hersteller, wird man den Eindruck einer "weiter so" Mentalität nicht los;

"höher, schneller, weiter", die bestehenden Modelle werden immer weiter ausgebaut und dennoch tu ich mir immer schwerer da auch 2010 noch viel Inovation bei zu sehen.

Korg bringt den "Kronos" und ist damit, was das Design angeht, irgendwie wieder back to the Roots.
Der Kronos erinnert schon ziemlich an die "Triton".



Nun, wie wir wissen ist die "Triton" damals in dem Gehäuse veröffentlicht worden das ursprünglich aus der "Oasys" Studie hervorging.
Also quasi einer der ersten Designvorschläge für die spätere Mammut Workstation Oasys war.
Die Firmen brauchen derartmige Riesenprojekte auf die sie hinarbeiten, weil durch die Forschung immer genug für andere, weniger teure, Instrumente abfällt.
So war es auch bei Korg, den aus dem "Oasys" Projekt gingen unter anderem die Triton Serie, der Z1, der Prophecy und zahlreiche andere Projekte hervor.
Dennoch, mit erscheinen der tatsächlichen "Oasys", nach fast 10 Jahren Entwicklung war, von außen betrachtet die Krone der Entwicklung im Grunde erreicht.



Seien wir ehrlich, für wen werden Workstations gebaut?
Für Bühnenkeyborder, für Songwriter und für Musiker die einen möglichst breiten Soundfundus zur Verfügung haben wollen.
Insgesamt bietet die Workstation vor allem ein Konzept das es von Acidtechnofreaks bis Musikantenstadlanhängern eigentlich jedem recht machen will, das im Großen und Ganzen keiner von den Gruppen richtig erreicht werden konnte liegt auf der Hand.
Man traf sich so irgendwo in der Mitte.
Es erscheint nur konsequent das Korg, als einer der Erfinder des Generes "Workstation" die Oasys rausbrachte, ein beeindruckender Bolide, fast mehr Schlachtkreutzer als Instrument.

Es ist logisch das jetzt abgespeckte Varianten rauskommen, wie auch z.b der neue Korg Kronos, die Oasys Technologie auch für den kleineren Geldbeutel erschwinglich machen (wobei auch das natürlich eher relativ ist, den ganz günstig ist auch der Kronos sicher nicht ;-)
Auch die Mitbewerber wie Roland und Yamaha werden mit ihren jeweiligen Konzepten nachziehen, wie eigentlich immer seit Erscheinen des Korg M1.
Roland und Yamaha setzen eben eher auf Samplematerial, Inovationsmäßig hatte Korg bei Workstations schon immer die Nase vorn.

Aber sonst?

Gleiches Konzept nur man packt jedes Jahr ein wenig mehr rein?

Könne wir also davon ausgehen das ca. 2020 der Korg M10 mit 120 Tb Sampelmaterial 400 Effekt und Synthesizerpluginns und 2 Exabyte Speicherplatz daherkommt (von den 1700 Stimmen mal ganz zu schweigen) ?
Würde es das bringen? Wenn wir 5,8 Milionen Presetsound zur Verfügung hätten 1000 mögliche Spuren und 8 Milionen mögliche Effekte?
(nicht das mir jetzt einer den M10 vorbestellen möchte, wir haben nichts damit zu tun ;-))

Vermutlich würde es die Musik nicht sehr bereichern, den wie man schon jetzt beobachten kann leidet die Kreativität proportional zur steigenden Anzahl von Presets.
Man neigt eher dazu einen bestimmten Sound nicht zu nehmen und evtl, anzupassen oder etwa sich selber etwas zu basteln, sondern eher noch 1500 andere Presets durchzuhören und zum Schluss mit gar nichts richtig zufrieden zu sein.
Aber auch von diesem Phänomen ab, das ja sowieso in den meisten Studios schon jetzt zu beobachten ist, denke ich das viele Dinge in aktuellen Workstations am User vorbeigehen.

Einer meiner liebsten Kritikpunkte ist hier der Sequencer, ich will nicht in Abrede stellen das es evtl. User gibt die einen Workstationinternen Sequencer nutzen.
Allerdings würde mich schon mal intresieren wie viele das im Schnitt wohl sind.
Im Gegensatz zur DAW ist der Sequencer einer Workstation eher eingeschränkt.
Das liegt in der Natur der Sache und ist auch nicht weiter verwerflich.
Allerdings wäre es cool wenn hier aus der Not eine Tugend gemacht würde und der interne Sequencer auch wirklich der Kreativität förderlich wäre, sprich schnell bedienbar und intuitiv wie z.b der Sequencer einer Akai MPC.

Die gängigen Workstations von Korg und Roland halte ich für eher weniger "intuitiv", im Prinzip handelt es sich um Bandmaschinenorientierte Kompositionssequenzer ala Cubase, nur das sie dessen Übersicht und Möglichkeiten selbstredend nicht ereichen können.
Patterns sind zwar ebenfalls möglich, aber in erster Linie über Umwege. Man programiert die Patterns seperat zur regulären Kompositionsebene in einem Extramenü und kann sie dann auf Tasten oder Pads zum Abrufen bereitstellen oder in den Sequenzer importieren.
Insgesamt ein wenig umständlich, aber auf jeden Fall uninspirierend.

Was das Beipiel insgesammt zeigen soll ist folgendes:
Workstations sind mit Options und Feature überladenen Maschinen.
In der Summe und auf dem Papier lesen sich die Möglichkeiten durchaus gut.
In der Praxis ist es die Frage wieviel der User tatsächlich davon nutzt.
In Zeiten großer Festplatten und leichter Notebooks ist z.B die Implentierung eines HD Recorders in eine Workstation für mich eher begrenzt nachvollziehbar.
Insgesammt wirkt die Workstation 2010 auf mich wie ein veraltetes Konzept das über die Jahre mit immer mehr Features aufgepumpt wurde, ohne am Grundlegenden Bauplan je etwas zu ändern.

Als Korg die "Oasys" ankündigte (frühe Neunziger) klangen viele Dinge wie von einer anderen Welt. Als sie dann wirklich auf den Markt kam war das meiste nicht mehr unheimlich spektakulär. Es blieb ein, zugegeben, exzelenter Klang zu einem nicht minder exzelenten Preis.
Was mich selber angeht war mein Bedarf an "Brot und Butter Sounds" im Grunde mit der Roland JV Serie gedeckt, sowohl quantitativ, als auch qualitativ.

Die Frage ist ob es nicht an der Zeit wäre ein wirklich wegweisendes neues Konzept zu entwickeln, statt immer nur die Optionen und den ROM zu erweitern.

Wie stelle ich mir die Workstation der Zukunft als vor?

Vor allem sollte es möglich sein das Instrument individueller auf den User abzustimmen, das man es nie jedem Recht machen kann ist natürlich klar.

Aber in den heutigen Zeiten, in der viel Land, das ehemals den Workstations vorbehalten war, an den Computer überging (zumindest im Studio aber eben auch oft live) sollte man sich schon fragen ob die Gründe dafür nicht hauptsächlich dort liegen das der User einen Computer nach Wunsch konfigurieren kann (zumindest theoretisch).

Statt also für 2800 Presets zu zahlen von denen der User nur 800 nutzt weil er den Rest für seinen Musik nicht brauchen kann, kann er beim Computer seine ganz eigenen Sampelbibliothek anlegen, seinen Wunschsequencer instalieren und nur die Effekte die er wirklich braucht (rationale User tun das wirklich)

Die Frage wäre für mich warum das in der heutigen Zeit bei Workstations nicht ebenfalls möglich sein soll?

Warum bringen die Firmen nicht ein wirkliches "open System"?
In der Basis also eine Art Masterkeybord das man solo auch als solches nutzen kann, das aber mit Hardwaremodulen erweitert werden kann.

Der Weg den Korg mal mit dem M3 eingeschlagen hatte, war diesbezüglich schon gar nicht übel, auch wenn mir unverständlich blieb warum man zwar das M3 Modul seperat kaufen konnte, nicht aber das Keyboard.



Auch die Implentierung der Multi Oszilator Bords ab der Korg "Trinity" Serie oder des Radias Bords für die "M3" war schon nicht übel, man konnte entscheiden ob man das braucht oder eben nicht.

Besser fände ich es wenn man die Klangerzeugung von Grund auf selbst wählen könnte.
Die Hardwaremodule könnten unter Umständen in Form von Karten, die das Keybord um Audioschnittstellen und VGA Anschlüsse erweitern auf den Markt kommen.
Ich könnte mir aber auch eine Art Modul oder Casettensystem für die Frontplatte vorstellen, daß das Keybord um dieverse Regler oder Echtzeiteingabemöglichkeiten und wählbare Soundengines erweitert.
Vorteile wären ja auch, das die Firmen auch einfach neue Module entwickeln könnten um neuere Funktionen in das "Trägersystem" zu integrieren.
Es könnnte "Luxusausführungen der Module geben, so was wie extrem wertige Regler mit beleuchteten Leadkränzen und "low cost" Variationen.
Yamaha z.B. könnte eine Art "Tenori one" Modul als Eingabehilfe für den Sequencer anbieten, das man auf die Frontplatte setzen kann, Korg evtl. ein Stepmodul wie bei einer Elektribe.
Vorstellbar wäre auch eine zukaufbare Schnittstelle für I-pod touch/I-Phone oder I-Pad+ einem speziellen App um die interne Klangerzeugung anzusteuern oder als Alternativdisplay.

Auf jeden Fall aber sollten unterschiedliche Syntheseverfahren angeboten werden,
Yamaha hatte das ja im Grunde von der EX bis zur Motiv Serie dabei (ab Motiv XS allerdings nicht mehr :-() und auch der Außenseiter Alesis beherbergte in seinem Workstationversuch "Fusion" unterschiedliche Klangerzeugungsverfahren.




Das die Hauptanwender von Workstations so was derzeit nicht unbedingt brauchen ist klar, aber bei der Workstation der Zukunft gibt es keinen fixen Anwenderkreis weil alles frei konfigurierbar sein sollte.

Die angebotenen Synthesearten sind also über die Module oder Steckkarten frei wählbar, ebenso wie Digitale oder Analoge Filter unterschiedlicher Art und Charakteristik.
Auch die Software könnte man z.b über Zukaufoptionen im Firmeneigenen Onlinestore, flexibel machen.
Der User wählt dann aus den Samplepacks, Softwaresynthies, Effekte und Klangbearbeitungsmöglichkeiten die er wirklich braucht und instaliert die auf der Engine des Keybords (auch die Engine kann man flexibel umrüsten oder zukaufen, als Hardwaresteckmodul).
Der Sequencer sollte natürlich ebenso wählbar sein, vieleicht sogar in Form eines Programmes das sich aus mehreren seperat lauffähigen Komponenten zusammensetzt, der User hakt im Onlinestore die Optionen an die er braucht und stimmt so das Programm genau auf sich ab.
z.B: "Nur Patternprogramierung" wie bei einer Groovebox aber keine Timline und kein HD Recording, oder eben umgekehrt.
Seperat dazu könnte man für Laien vorkonfigurierte Sequencerpacks anbieten die sie instalieren können, quasi eine light Version oder ein "Groove Sequencer".
Wenn der User feststellen sollte es reicht ihm doch nicht, kann er die restlichen Komponenten hinzukaufen.
Auch "Modulationssequenzer" die auch auf die Effektparameter angewendet werden können und Stepsequencer sollten auf Wunsch im Program sein.

Im Grunde würde ich mir also eine Art von Appstore für Workstations vorstellen, bei dem alle Elemente der Workstation von Grund auf frei wählbar sind.
Es sollte Kostenlose Apps geben die beim Kauf eines Gesamtpaketes enthalten sind und Aufpreispflichtige (z.B: frei wählbare Anzahl von LFO´s pro Voice)
Insgesamt sehe ich bei dieser Art der Workstation den klaren Vorteil für die Industrie das nicht immer die komplette Hardware neu entwickelt werden muss, sondern auch einzelne Komponenten und Softwareneuerungen gemacht werden können.
Der User könnte so "klein" anfangen und die gewünschten Optionen Stück für Stück hinzukaufen, oder eben ein fertig konfiguriertes System nach Maß kaufen.
Ich denke man würde auf diese Art wieder bedeutend mehr User ereichen als heutzutage, mit den überschweren Superschlachtschiffen.

Ich hatte z.B mal ne Triton, auf die ich gespaart hate und von der ich im Studioalltag dann doch entäuscht war den ich nutzte sie eigentlich eher als Masterkeyboard mit Rom-Player, das hätte ich auch billiger haben können!

Der Vorteil von Hardware bleibt so ebenfalls bestehen: Zuverlässigkeit und Robustheit, kein Computerstress und die Fixierung aufs wesentliche.

Samstag, 12. Februar 2011

Akai APC 80



Die Idee kommt von den Kollegen von "Delamar.de"
Wenn ihr dem link folgt findet ihr auch gleichzeitig den Artikel auf Delamar, da kann man auch die Bauanleitung runterladen.
An sich war es naheliegend die beiden Akai Cotroller APC40 und APC20 zum APC80 zusammenzubauen.
Der APC80 ist ein mod. verwundelich das Akai nicht selbst auf die Idee kam.
Im Studio kann man die beiden Geräte auch so synchron nutzen, aber für live hatt man mit dem APC80 natürlich ein schönes Teil am Stück, zum mitnehmen.
Es gibt den orginal Mod. der als Vorlage für den Delamar Artikel diente übrigends auch noch kurz auf E-bay zu ersteiger.

Freitag, 11. Februar 2011

Doepfer Dark Time



Da brechen warhaft Dunkle Zeiten an ;-)
Das Video ist von Marko Ettlich, der Mann hinter "Retro Sound"
Ich finde es veranschaulicht recht gut das bereits gebotene. So ein Steppsequenzer bleibt auch in Zeiten von Softwarelösungen ein wirklich unterhaltsammes Spielzeug zum "anfassen" auch dann wenn man sonst keine Hardware mehr nuzt (kosequenterweise hatt der "Dark Time" ja auch USB an Bord)
Der Dark Time scheint eine wirklich unterhaltsamme Kiste für verspielte zu sein.
Mehr bei Doepfer

Dienstag, 8. Februar 2011

Korg Kronos, exclusive Preview



Eine Menge Leute warten sehnsüchtig auf genauere Infos zum Korg Kronos, nicht zulezt an der Resonanz zu unseren eigenen Meldungen ist das deutlich absehbar ;-)

Die Kollegen vom Web Portal Bonedo hatten schon ihre Finger an dem Gerät und haben eine Preview aus erster Hand geschrieben, die ich unseren Lesern gerne empfehlen möchte.

Zum Bericht gehts hier