Sanguina Molto Part I by Weinglas
Sanguine Molto Part II by Weinglas
Zwei Demotracks des Users "Weinglas" (besucht auch seinene Soundcloudkanal). Beide Tracks sind nur mit dem OP-1 ohne externes Equipment entstanden.
Der OP-1 ist rar gesät in diesen Tagen, vermutlich hatt auch das Erdbeeben in Japan zu dieser Verzögerung geführt, den so wie ich es anfang des Jahres verstanden habe, hätte er egentlich auch über die regulären Läden beziehbar sein sollen.
So bleibt im Augenblick eine sporadische Bestellmöglichkeit über den Webstore auf der Hompage von Teenage Engineering, immerhin 799,00 Euro sind als Preis ganz O.K.
Sporadisch übrigends deswegen, weil die Geräte meist nur Stunden nach Verfügbarkeit wieder ausverkauft sind.
Ob sich der Kauf für euch lohnt, das klärt vieleicht der erste Erfahrungsbericht des OP-1 von "Weinglas":
TEENAGE ENGINEERING OP1:
Unheimlich schwer zu bekommen und der aktuellste Hype bei den elektronischen Musikinstrumenten. Und mit 799 Euro sogar durchaus noch bezahlbar. Ist der Hype gerechtfertigt?
Wenn man den OP1 allein unter Pro und Contra-Gesichtspunkten bewertet, tut man ihm Unrecht. Ein perfektes Gerät ist er wahrhaft (noch) nicht und man hofft schon auf die eine oder andere Anpassung der Firmware (aktuell OS 11855), die es aber auch noch geben wird!
Beispiele gefällig?
Der Eingang und die einzelnen Teile sind Mono! Auch die Drums! Es sind (ohne PC) nur 8 Sounds für Synth und 8 für Drums abspeicherbar. Am PC kann man diese dann zwar umbenennen und in einen selbst benannten Ordner kopieren, aber wenn man auf der Reise keinen dabei hat, bleibt es bei 8!
Das OP1 hat jeweils drei tolle Sequencer für Synth und Drums. Darunter der Tombolasequencer: Das ist so ein wenig wie Ziehung der Lottozahlen mit Noten, die man über die Tastatur eingibt. Immer wenn eine Note gegen die Kugelwand trifft, erklingt sie. Man kann die Geschwindigkeit und die Aufprallvelocity regeln. Und zum Schluss die Öffnungen einstellen, über die die Noten die Kugel verlassen. Ein sehr cooler Zufallssequencer. Die Sequencen sind aber nicht speicherbar! Wäre toll, wenn sie mit den Sounds oder gar in einem Sequencer-Ordner zu speichern wären. Außerdem kann ich nicht den Sequencer der Drums und den Sequencer des Synths synchron laufen lassen. Es geht immer nur einer, außer ich nehme den Umweg über das Band!
Und es gibt (bisher!) keine Möglichkeit einfach so, das Teil zu syncen, nicht einmal mit einem anderen! Man kann zwar ein SyncSignal auf Band aufnehmen und dann sogar sein Modular gesynct aufnehmen. Dadurch verliert man aber den Stereo-Out, da man das Sync-Signal hart auf die eine Seite pannen muss. Speicher sind rund 400MB. Trotzdem konnte ich, als ich einen 4SpurTrack komplett auf dem Band nach hinten verschieben wollte, dies nicht tun, da dies auf 22 Sekunden beschränkt war.
Auf der Haben-Seite stehen aber ganz viel Spaß und das wohl beste akkubetriebene, transportable Instrument aller Zeiten! Und ich hatte sogar einen Yamaha QY10 in Indien und Cuba mit. Am Flughafen war es überhaupt kein Problem mit dem Teil (da hatte mir damals der QY10 mehr Probleme bereitet). Die Synths und Drums können richtig gut klingen und wenn man sich mal dran gewöhnt hat, ist auch das Arbeiten mit dem Tape einfach nur genial. Trotzdem wird eine Undo-Funktion schmerzhaft vermisst!
Rein soundtechnisch ist der OP1 am ehesten mit einem alten Sampler vergleichbar, der zusätzlich mit einigen einfachen, aber sehr variablen Synths sowie einigen außergewöhnlichen Effekten ausgestattet ist! Die Synthesearten klingen dagegen sehr digital! Für immer dabei ist er toll! Und man kann ja nachher die 4 Spuren auch in die DAW laden und dort weitermachen. Muss man aber nicht. Mastern geht wirklich auch am Gerät sehr gut!
Die Bedienung ist zumindest bei etwas Licht sehr leicht. Am Anfang hilft auch das mitgelieferte Overlay sehr. Im rabenschwarzen Dunkeln ist das Teil dagegen nicht wirklich gut zu nutzen. Da fehlen leider einige zusätzliche LEDs! Die Akkulaufzwit ist übrigens genial. Zwar werden die 16 Stunden bei weitem nicht erreicht (jedenfalls nicht ohne stundenlange Batterie leer Warnung). Aber ich hatte noch nie Probleme! Aufgeladen werden kann über USB (Kabel mitgeliefert) oder an einem USB-Netzteil, wie etwa vom iPhone.
Insgesamt ein tolles Teil mit Schwächen und damit definitiv nichts für jeden. Und wohl auch nichts für Einsteiger in die Welt der elektronischen Musik oder für Leute, die einen Rompler für immer dabei suchen. Das OP1 will, dass man ungehörte Klänge oder zumindest ungehörte Tracks aus ihm herauskitzelt! Und für 799 Euro kann man eine ganze Menge Spaß und zusätzlich viel verwertbare Musik und Inspiration an jedem Ort der Welt haben. Was will man mehr!
Vielen Dank schon mal an "Weinglas" und viel Erfolg an euch wenn ihr das Teil bestellen wollt.
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