Sonntag, 8. Mai 2011

Korg Monotribe (Korg auf der Musikmesse2011)



Ja die Monotribe, die Erwartungen waren hoch nach dem Monotron, nicht nur ich hatte auf eine "pro" Version gehofft.
Wie das in so Fällen immer ist wurden die Erwartungen dann auch erst mal enttäuscht, so ist die Monotribe sicher nicht ganz übel aber eben auch nicht das worauf ich gewartet habe.
Ein erster Test vor Ort belegte zumindest das der Synthie um den es in der Basis ja geht recht gut klingt.
Vollmundig preist Korg den Monotribe als ultimative Spaßmaschine mit Elektribe artigem Sequencer, was mit letzterem gemeint ist bleibt das Geheimnis von Korg, den Lauflichtprogramierung ist durchaus weder eine Erfindung von Korg, noch ein Aleinstellungsmerkmal der Elektribe Serie.
Im Unterschied zu den Elektribes hat der Sequencer der Monotribe schon mal nur 8 Steps und nicht 16, was ich für den Musikalischen Alltag tatsächlich erst mal sinnlos finde, auch wenn der Sequencer in Echtzeit und ohne Stopp programmierbar ist, somit Live also flexibel verändert werden kann.
Umstellen kann man am Gerät, soweit ich gesehen habe, nichts um den Sequencer über volle 16 Steps programmieren zu können ( wie das Beispielsweise ja auch bei den kleineren MFB Drumcomputern geht), so das zu befürchten steht das er tatsächlich nur nen halben Takt beherrscht, irgendwie auch ein wenig Gay ;-(
Die Drums darf man eher als Zugabe verstehen, sie sind ebenfalls analog (Bassdrum, Snaredrum, Hihat) was im Grunde aber kein wirklicher Vorteil ist, da sie in keiner Weise durch die Klangformung beeinflusst werden können und somit zum rein statischen Hintergrundgeplönkel herhalten.
Da insbesondere die Bassdrum nicht sooo durchsetzungsfähig klingt (zumindest nicht für mich) wäre es ja schon ganz schön gewesen wenn man sie direkt im Gerät filtern könnte, da die Drums sinnigerweise aber auch keine Einzelausgänge haben kann man das auch nicht extern erledigen, womit sie für mich fast völlig unbrauchbar sind.
Unverständlich auch, das die Monotribe hartnäckig auf Midi verzichtet was ich als Mindestforderung für eine "pro" Version des Monotrons gesehen hätte, der Kontakt zur Außenwelt kommt über eine Synk Buchse zustande (in und out) die in erster Linie wohl gedacht ist um andere Monotribes zu synchronisieren, CV/Gate scheint es nicht zu sein (was sicher auch nicht so übel gewesen wäre)
Ebenfalls wieder an Bord ist die "Ribbon Tastatur" im Gegensatz zur Werbeabteilung von Korg atestiere ich dieser Technik mal salopp das sie weder beliebt noch inovativ spielbar ist und auch wenn die Monotribe über eine Auto Tunning Funktion verfügt bleibt das Ribbon ein entsetzlicher Mist, am Monotron sicher noch ganz lustig gewesen, aber das kostetet ja auch nur einen sechziger.
Einzig im Studio einsetzbar scheint langfristig die Inputfunktion für externe Audiosignale, aber auch hier ein Manko, weiterhin nur Miniklinke, wie toll die Qualli von Miniklinkeanschlüssen ist brauch ich vermutlich niemandem zu erzählen.
Wirklich gut gewesen wäre ein Monotron pro, Synthesizer ist ja völlig o.k wie er in der Monotribe eingebaut ist, auch die Eingriffsmöglichkeiten in den Klang sind gut, Sequencer und Drums hätte man sich gerne sparen können, ebenso den Ribbon, dafür Midi und einen Großklinkeeingang für den Filterinput, evtl. sogar ein kleines Keybord )mir schwebt da optisch ein Gerät wie der Microkorg 1 vor) das wäre was gewesen, auch für mehr Geld.
So bekommt man für 199,00 Euro ein unausgegorenes Konzept das in eine Studioumgebung nicht wirklich integrierbar ist und mangels vernünftiger Tastatur auch eher nur Zufalssmäßig spielbar ist.
Ehrlich gesagt habe ich die Korgleute immer für ihren Mut zu Inovationen geschätzt, aber die Monotribe haben sie aus meiner Sicht deutlich verbockt, wer spielen will kauft sich ein I-pad und die I Electribe oder die MS20.
Zum nur dran rumdrehen mag die Monotribe eine gewisse Zeit Spaß bringen, danach zunehmend nur noch mit steigendem Pegel (so ab 1 Promille).

Kleiner Nachtrag, einen aufschlussreichen Testbericht zum neuen Korg Monotribe könnt ihr bei den Kolegen von Bonedo lesen

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