Der X1 zählt zum Genre der "Midi Controller ohne eingebaute Soundkarte". Allerdings muß ich dazu sagen das bei den "Midi Controllern mit eingebauter Soundkarte" die Grenzen zwischen Mixer, Turntable, und Kompletteinheit dank V7, VCI100/300 oder Ranes 68 immer mehr verschwimmen zu scheinen, aber dies nur am Rande.
Der Kontrol X1 hat also keine eingebaute Soundkarte und dient dem direkten Ansprechen von verschiedensten Parametern eines Virtuellen DJ-Systems der eigenen Wahl und Vorliebe.
Mitgeliefert wird im Paket Native Instrument's Traktor LE, Treiber für Win, Templates (u.a. für scratch Live) eine Schablone für die Alternativ Midi Belegungen und ein USB-Kabel.
Mein guter Vorsatz für diese Review war, das ich den Controller sowohl unter Scratch Live, als auch unter Traktor teste.
Allerdings blieben meine Versuche die Timecode Vinyls zu aktivieren ergebnislos. Traktor LE weigerte sich diese anzuerkennen und ich weigerte mich ohne diese aufzulegen. Unsere Freundschaft zerbrach also nach wenigen Stunden an unseren Dickköpfen und meinem Unwillen weiter in die Materie einzusteigen.
Nach dem meine Halsschlagader wieder auf Normalgröße geschrumpft war, bestückte ich SSL mit dem mitgelieferten Template für ebendieses und den Controller mit der extra dafür beigefügten Schablone. Dann konnte es auch schon losgehen. Man kann natürlich auch einfach über SSL's Midi Learn Funktion ein eigenes Template erstellen. Auf der Rückseite der Schablone sind Felder um den Controller mit der eigenen Belegung zu beschriften.
Kurz die "Ab-Werk-SSL-Belegung" gecheckt und gemerkt: Die zweite Belegung ( aktivierbar über Shift ) ist nur für die Drehregler belegt.
Auf der ersten Belegung sind Cue-Punkte, Loop in und out, Looproll, Tap, Key und Gain welches über über die zwei oberstwn Drehpoti's regelbar ist. Zusätzlich gibt es Play für die sechs Slots des SP6 Samplers sowie dessen Samplelänge die sich wie der Gain über Drehpoti's regeln lassen. Die vier größeren Drehregler sind wie alle Knöpfe (mit Ausnahme der Knöpfe und Poti's für den SP6) nach Decks aufgeteilt und bedienen Browse, Load on Deck und Double mit dem oberen Drehregler und den Loop und dessen Länge mit dem unteren.
Das Template wurde von mir so modifiziert dass die Drehpoti's in der zweiten Belegung für SSL's Effekte zuständig sind. Den Tap Knopf habe ich direkt gelöscht und mit einer anderen Funktion belegt als ich bemerkte, das dieser meine BPM's umschreibt wenn er versehentlich betätigt wird, was im Eifer des Gefechtes und dem geringen Platzangebotes des Controllers schnell passiert. Und damit sind wir auch schon beim Knackpunkt:
Das Handling!
Von Aussen betrachtet der X1 solide gebaut. Ein Metallgehäuse wie man es vom Machine Controller kennt. Ebenso schön beleuchtete Knöpfe und auch die Poti's fühlen sich gut an. Aber...im harten und hektischen Juggle Einsatz erweisen sich die Knöpfe als viel zu winzig! Zumindest für einen Grobmotoriker wie mich. Durch seine Größe bedingt ist eine Anordnung nur zwischen Mischer und Turntable oder neben dem Set möglich. Da er sich da nicht im direkten Blickfeld des hochmodernen Digital-DJ befindet, sind Tasten, die halb so groß wie die einer Laptoptastatur sind, sehr unglücklich. Positiv überzeugt hat hingegen die Browse Funktion über die Drehregler.
Die optional erhältliche Tasche (ca. 40€) scheint praktisch, da sie den Controller durch eingebaute Laschen auf Mixer/Turntablehöhe bringt,
erweist sich aber durch seine knappe Abmessung beim Ein und Auspacken des X1 als harter Gegner.
Abnutzung an Mensch und Material sind da vorprogrammiert.
Für mich ist der X1 jedenfalls nix, da das schlechte Handling im hektischen Einsatz eines Scratch Freak's im krassen Gegensatz zu den knapp 190€ für das gute Stück stehen.
Ein Dank geht an DJ Beckma, der mir freundlicherweise das Testmodell zur Verfügung gestellt hat.
Als Techno/House/Electro DJ ist er übrigens überzeugt vom X1 und bestreit seine Sets mit zwei von diesen Geräten.
So unterschiedlich wie die Anfordrungen können also die Bewertungen ausfallen.
Update: Fotostream direkt vom Flickr Account...
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