Vorwort
In Zeiten in denen sich die Midi Controller in immer größerem Maße im DJ-Bizz durchsetzten und eine stetig wachsende Vielfalt von Geräten in kürzester Zeit auf den Markt geworfen werden, von denen jeder speziell auf das genutzte System oder die Gewohnheiten/Bedürfnisse des Nutzers abgestimmte Features besitzt, wirkt eine Gegenüberstellung der beiden Turntables fast Antiquiert.
Trotzdem möchte ich meine Erfahrungen mit diesen beiden Geräten (oder vier Geräten) hier beschreiben.
Gegenübergestellt werden soll der klassische Technics 1210er und das ersten Model des PDX 2000 ( Model aus dem Jahr 2000 ). Auf die Unterschiede zu den aktuelleren Modellen werde ich nur am Rande eingehen, da ich diese nur bei Messen oder auf Gigs gelegentlich nutzen/ausprobieren konnte. Ich werde auch nicht mit Daten wie die genauen N/m des Drehmomentes usw. um mich werfen, da es hier rein um das Handling geht und ich nicht beweisen will das ich Copy und Paste verstanden habe.
Vestax PDX 2000
Da meine ersten ( "richtigen" ) Turntables 2 PDX'e waren möchte ich zuerst auf den Vestax eingehen:
Ich habe meine unmittelbar nach dem sie im Jahr 2000 erstmalig auf den Markt gekommen sind gekauft und wir drei haben eine Menge erlebt...
Grundsätzlich ist es ein guter Turni und einer oder vielleicht sogar der beste zum Scratchen und Juggeln.
Der gerade Tonarm ist durch nichts aus der Ruhe zu bringen und der unglaublich starke Motor kämpft erfolgreich gegen den härtesten Wiederstand an.
Das etwas geringere Gewicht im Gegensatz zum Technics bringt ihm in Bezug auf die Spurtreue keinerlei Probleme.
Die Anschlüsse sind im Gegensatz zum Technics auf der Rückseite und die Kabel lassen sich durch Schraub ( Erde )- oder Chinch ( Audio links und rechts ) Anschlüsse leicht Austauschen bzw abnehmen. Bei späteren Modellen wurden vom Werk aus abgewinkelte Chinch- Stecker beigefügt.
Dadurch kann man den Plattenspieler bei vertikaler Aufstellung ( Battle- Style ) ohne Lücke direkt an den Mixer stellen. Ich habe mir dieses Kabel nachgekauft.
Die Rückseite mit den Anschlüssen
Im Laufe der Jahre tauchten diverse Probleme im Gebrauch auf.
Die ersten Probleme die auftraten waren: sporadische Gleichlaufschwankungen die bis zum Rückwertslauf ( bei eingestelltem Vorwärtslauf ) und einem Wechsel zwischen beiden Richtungen innerhalb einer viertel Drehung gingen. Zur Behebung des Problems musste der Plattenspieler eingeschickt werden um ein Software-Update zu erhalten.
In einigen Fällen ( Gott sei dank nicht bei meinen ) konnte es passieren das der Motor „rumpelte“ was sich auf den Tonarm übertrug. Ich habe das bei Freunden selbst mit erlebt. Behebung des Problems: zurück zum Service.
Der starke Motor birgt ebenfalls ein Problem, zumindest mit dem ursprünglichen Teller des PDX:
Durch die enorme Zugkraft „klebt“ die Slipmat und die darauf liegende Platte aufgrund der statischen Ladung förmlich am Teller und gleitet nicht so locker wie auf dem Technics. Ich habe viele Slipmat-, Plastikhüllen-, Fastscratch Disc's usw.- Combos ausprobiert und blieb letztendlich bei Q-Bert's Flying Carpet's und dünnen Stanton Slipmats.
Stanton Slipmat und Flying Carpet
Beim PDX besteht die obere Hälfte des Gehäuses aus Kunststoff. Die Markierungen am Pitch-Regler sind aufgedruckt und ohne Zahlen. Ich habe zur besseren Orientierung Punkte aufgeklebt. Das Problem der aufgedruckten Markierungen wird allerdings im laufe der Zeit und Benutzung schlimmer, da diese durch den Abrieb irgendwann nicht mehr vorhanden bzw. zu sehen sind.
gut zu erkennen: der Abrieb der Strichmarkierungen
Nach ca. 4 Jahren waren bei meinen PDX'en die Pins der SME Halterung derartig korridiert, dass der Tonarm ausgetauscht werden musste. Das allerdings kann durchaus durch meine unsachgemäße Handhabung gekommen sein und ich erwähne es nur der Vollständigkeit wegen.
Im mobilen Einsatz erwies sich der Plattenspieler als zuverlässig aber dennoch nicht so Robust wie der Technics. Meine Nadelbeleuchtungen, die beim PDX aufsteckbar sind ( Chinch-Stecker ), wurden von mir nach dem vierten Verlust/Defekt nicht ersetzt.
Wackelige Tische und Bierzelt-Garnituren steckt er relativ gut weg. Monitorboxen die direkt vor ihm aufgebaut werden ( im schlimmsten Fall auf Holzbühnen oder Podesten ) begrüsst er mit energischen Rückkopplungen.
Zusätzliche Features
Die Features des Plattenspielers wie einstellbarer Start und Stop Zeitpunkt, Ultra Pitch ( +/-50% ) und Rückwertslauf wurden von mir eher selten genutzt. Man sollte allerdings aufpassen das der Ultra Pitch nach dem Benutzen auch wirklich wieder auf der Nullstellung einrastet, sonst wird’s beim angleichen ungemütlich...
Updates
Neuere Versionen erhielten als Update digitale Anzeigen für den Pitch, Ölgedämpfter Tonarm, einen modifizierten Teller der flacher ist, auf der Oberfläche Rillen hat und neu beschichtet wurde, eine Version mit J-Tonarm und eine Midi Version. Sollte ich etwas vergessen habe könnt ihr die Liste gerne in den Kommentaren weiterführen bzw. berichtigen.
Lest im zweiten Teil über meine Erfahrungen mit „der Legende“ dem Technics...
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