Montag, 19. Oktober 2009

*neue Serie* Ideen für den Gebrauchtmarkt 1



In unserer neuen Serie stelle ich immer mal wieder ein älteres Gerät vor das nicht mehr hergestellt wird.
Der Gebrauchtmarkt eröffnet hier ja einiges an Möglichkeiten an ältere Kisten ranzukommen. Meine Eindrücke über Maschienen mit denen ich schon gearbeitet habe oder mit denen ich arbeite möchte ich in der neuen Serie vorstellen, vielleicht bietet das ja dem einen oder anderen einen Kaufanreiz oder klärt über das jüngste Schnäpchen auf.


Heute das Doepfer Schaltwerk
Ich selber besitze es seit Anfang des Jahres und wollte es seit ca. 1995 besitzen, erst war es zu teuer, dann gab es das Teil nicht mehr, irgendwann ergab sich für mich durch Zufall eins zu kaufen. Das Problem ist heutzutage nicht unbedingt das Geld zu haben sondern überhaupt eines zu finden und den Besitzer dann zum Kauf zu überreden, aber es lohnt in jedem Fall!!


Was ist das?
Schaltwerk,
rein vom Namen und Aussehen ist das nicht unbedingt etwas was der Laie mit einem Musikinstrument assoziieren würde!
Eher mit einer Steuerkonsole für U-Boot gestützte Interkontinentalraketen aus den Sechzigern, oder mit einer Controllereinheit für Atomkraftwerke.
Also was zur Hölle ist Schaltwerk!?!?!
Schaltwerk ist ein effektiver und einfach strukturierter Hardwaresequenzer für Midi oder Analoge Instrumente, eigene Klänge sind nicht an Bord, Eingriffsmöglichkeiten in die Sequenz sind verglichen mit einem Logic/Cubase sehr beschränkt.
Aber wer die Stepeingabe ala Roland TR/ (oder auch Fruty Loops in Software) also die reine Lauflichtprogramierung mag, für den ist Schaltwerk mal so was wie eine Offenbarung gewesen. Auch heutzutage ist Schaltwerk ein echt cooler Hardwaresequencer, wenn auch keine Offenbarung mehr, da gibt’s inzwischen leistungsfähigere Geräte, allerdings sind die auch oft Komplexer mit steilerer Lernkurve und natürlich teurer.


Wie funktioniertes??
Das Doepfer präsentiert sich betont unkompliziert und für Leute die mit Stepeingabe vertraut sind schnell erlernbar.
Ähnlich wie bei den populären Korg Electribes funktioniert die Eingabe der Steps in Echtzeit und ohne Sequencerstopp, das ist gerade bei Rythmusbasierten Strukturen für die Schaltwerk auch gedacht ist ein großer Vorteil.
Einspielen ganzer Melodiebögen ist allerdings nicht vorgesehen, auch wenn man ein Masterkeyboard an einen der Midieingänge anschließen kann.
Man wählt immer nur den aktuellen Step einer Line und spielt die gewünschte Tonhöhe auf dem externen Keyboard.
Hatt oder will man ein solches nicht bestimmt man die Notenhöhe manuell mit dem Datenrad.
Ähnlich verhält es sich mit der Eingabe von Velocity Daten, die können auch entweder manuell pro Step bestimmt werden oder extern pro Step gespielt werden.
Notenwerte und Velocity Daten können nicht nur pro Step sondern auch für die gesamte Line definiert werden.
Die Laufrichtung des Lauflichtes kann dabei entweder vorwärts, rückwärts oder RND also vorwärts dann rückwärts sein.
Man kann auch definieren bis zu welchem Step eine Line durchfahren werden soll.
Jede Line kann auch wahlweise ein Arperigator oder Gater sein, dessen Rhythmus und Geschwindigkeit kann entweder intern oder extern getriggert sein.
Der Sequencer bietet Zugriff auf 8 Spuren zu je 16 Steps und das gleichzeitig.
Jeder Step, jeder Taster hatt eine eigene Leuchtdiode.
Jede Spur kann dabei entweder als Midi oder als Analoge Steuerspannung CV/GATE ausgegeben werden, auch als beides gleichzeitig.
Das Schaltwerk verwaltet bis zu 128 Patterns zu je 8 Spuren die je 1 Takt lang sind, durch die Bildung von Patternlinks kann man bis zu 4 eintaktige Patterns aneinanderkoppeln.
Die Sequencen können über externe Midibefehle transponiert werden.

Für wen taugts was:
Alle die gerne mit Rythmusbasierter Musik arbeiten und sich eine blinkende Komandozentrale fürs Studio wünschen. Schaltwerk ist prädestiniert für das Arangieren von Drums und ähnlichem, nicht unbedingt für die programierung von Orchestersätzen oder harmonischer Klaviertexturen.
Ambientmäßige Soundcolagen kann man damit auch recht gut erzeugen.
Die pure Masse der gleichzeitig zur Verfügung stehenden Taster ist auf jeden Fall Luxus pur.
Ich verwende das Schaltwerk als reines Eingabemedium für meine MPC 4000, auch weil Stepprogramierung nicht so die Stärke der Akai ist.
Allerdings ist es kein Standalone Instrument, vielleicht für minimal Live Acts die alles live setzen und immer wieder verändern wollen, ansonsten sind die Möglichkeiten doch recht eingeschränkt.
Was es kann macht es allerdings echt gut.

Pferdefuß:
Ja klar, hat jedes Gerät!
Schaltwerk gibt’s nicht mehr in neu, auf dem Gebrauchtmarkt scheint es recht rar zu sein.
Der durchschnittliche Gebrauchtpreis liegt so zwischen 600 und 1000 Takken, das ist reichlich für eine Kiste die keine eigenen Klänge an Bord hat und die nicht unbedingt als Standalone Gerät anzusehen ist.
Hauptargument dagegen: Das Schaltwerk groovt nicht wirklich, alles wirkt unterkühlt und technisch, auch darum würde ich sagen das es als standalone nichts taugt.
Als Eingabemedium für z.B: eine MPC oder eine DAW wo die Mididaten nachträglich noch quantisiert und angegroovt werden ist das Doepfer die Bombe.

Nackte Fakten:
2 Midi Ein/ 2Midi Augänge
16 CV-Ausgänge (3.5 mm Klinkenbuchsen) für 8 x CV1 (Tonhöhe bzw. Controller-Wert) und 8 x CV2 VelocitySpannungsbereich: 0...+5V, 1V/Oktave-Norm für CV1
8 Gate-Ausgänge (3.5 mm Klinkenbuchsen)Spannungsbereich: 0/+5Vnormale Logik (an = +5V, aus = 0V)
216 Taster, 200 LEDs
2-zeiliges LC-Display
hellgraues 19-Zoll-Pultgehäuse 8HEMaße ca. 485 x 355 x 120 mmGewicht ca. 4 kg
Würden sie den Leuten zur Panik raten?!?
In jedem Fall!!!
Wenn ihr eines kriegen könnt kauft es!
Weiteres?!?
Ja hier

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